Band 043: Überfall im Hafen

Band 043: Überfall im Hafen
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Gebundenes Buch · 192 Seiten · 12.2 x 18.8 cm
cbj
Juli 2004
€ 7,50 [D] | € 7,80 [A] | CHF 13,90 (UVP)
978-3-570-15042-9
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Die drei letzten Rezensionen

Härterer Tobak

Eine Rezension von Krabbentaucher

Tötungsdelikte spielen im TKKG-Universum - altergerecht - normalerweise keine Rolle. Diese Geschichte gehört zu den wenigen Ausnahmen, denn die Vier müssen sich mit einem vermeindlichen und einem tatsächlichen Schwerverbrechen dieser Art befassen. Letzteres wird ziemlich schnell klar, ersteres ergibt sich erst später im Verlauf der Geschichte. Daneben geht es noch um Vermögensdelikte vom Diebstahl bis zur Erpressung.

Die Geschichte spielt ausnahmsweise nicht in der TKKG-Stadt oder ihrer mit Fahrrad, Bahnbus oder S-Bahn zu erreichenden Umgebung, sondern ganz weit entfernt in einer Hafenstadt, deren Hafen so groß ist, daß dort Personenfähren verkehren müssen. Es ist nicht schwer zu erraten, daß Hamburg gemeint ist, und das scheint der Illustrator auch so gesehen zu haben, wie am Michel auf dem Titelbild zu erkennen ist.

Beteiligt am Plot sind drei kriminelle Rocker, die drei Handlungsstränge in den Händen halten, nämlich einen Einbruch, dann den titelgebenden Überfall im Hafen und den Mordversuch. Das alles ist sehr schön verwoben mit der Erpressung, die von dem Opfer des Überfalls im Hafen initiiert wurde, und mit dem Diebstahl, den der Angestellte des Überfallopfers in Ausnutzung der nämlichen Tat begeht. Daneben gibt es noch einen Trittbrettfahrer, der den Einbruch eines der Rocker für sich ausnutzen will, aber das spielt für die Entwicklung der Geschichte keine Rolle.

Bei dieser Geschichte handelt es sich wieder einmal um einen TKKG-Fall im besten Sinne. Die Handlung wirkt überwiegend - zur Einschränkung später - nicht konstruiert und folgerichtig. Es ist dauernd was los, aber der Autor hat dennoch die Muße, die Situationen nett und lebensnah zu beschreiben. Dabei fällt positiv auf, daß nicht nur Tim der Meisterdetektiv ist, sondern z. B. auch Karl etwas zum Ergebnis beizutragen hat. Bei aller Verwickeltheit der Handlungsstränge verliert man nie den Überblick.

Konstruiert wirkt die Geschichte an dem Punkt, an dem der Mordversuch aufgeklärt wird. Das Opfer soll nämlich nach dem Streifschuß am Kopf noch einige Meter zu seiner Gemäldegalerie gegangen sein, sich das Gemälde ausgesucht haben, das einen Hinweis auf den Täter gibt, und dieses heruntergerissen haben, bevor die Sinne schwanden. Schon das ist kaum glaubwürdig. Umso unglaubwürdiger wird die Sache, wenn man bedenkt, um wie viele Ecken herum das Opfer nach dem Schuß dabei noch gedacht haben muß.

Was ebenfalls mißfällt, ist die - auch in anderen TKKG-Bänden anzutreffende - Art, wie die Vier alte Leute anreden. Auch wenn die alte Frau Sauerlich Klößchens Großmutter ist, würde doch niemand auf die Idee kommen, eine für ihn weitgehend fremde Person mit "Oma Sauerlich" anzusprechen.

Fazit: Hier geht es richtig rund, es wird nie langweilig, man verliert nie den Überblick, und der Fall ist auch schön aufgebaut. Ganz zur Höchstwertung reicht es allerdings nicht, weil die Auflösung einer der Situationen konstruiert wirkt und weil der Stil mißfällt, mit dem hier mit alten Leuten umgegangen wird.

Score
95%
Verfasst am: 29.04.2012