Sonja Heuring und ihre Freundin Nicole Oberstock, zwei Ausreißerinnen, kommen in die TKKG-Stadt. Bereits am Hauptbahnhof werden sie mit einem Trick entführt. TKKG erfährt von einer Augenzeugin, dass die beiden Mädchen mit einem Mann mitgegangen sind. Die Ermittlungen beginnen. Wo sind Sonja und Nicole? Die Spur führt TKKG in eine Sperrzone, die in der Nähe eines stillgelegten Kernkraftwerkes liegt … Das Cover zeigt eine krasse Szene aus der Hörspielhandlung. Es hat mir gut gefallen. Der Fall ist im TKKG-Universum etwas Besonderes: Diese Folge (die es nur als Hörspiel gibt) hat es nämlich geschafft, die Fans zu spalten: Viele Fans hassen sie, eine Minderheit findet sie gut. „Vermißte Kids und Killerpflanzen“ wird häufig als Trashfolge bezeichnet, dabei ist eigentlich nur das Motiv des Verbrechers Trash. Mit einem normalen Motiv des Täters wäre die Folge nicht mal mehr Seriendurchschnitt. Was mich diesmal ausnahmsweise nicht stört, ist die Überdosis Kommissar Zufall. Eigentlich passt die Geschichte eher in ein Gruselhörspiel - das Hörspiel wirkt wie ein Fremdkörper innerhalb der Serie. Ein Ohrenschmaus waren die vielen witzigen Dialoge. So stellt Tim beispielsweise Folgendes fest: „Züge sind nie pünktlich. Züge, Flieger, Schüler und Eilbriefe kommen immer zu spät! “ Des Weiteren finde ich zum Beispiel die Gespräche mit der Augenzeugin und dem Pensionär auf dem Hauptbahnhof sehr lustig. Die Figurenzeichnung ist ausgezeichnet gelungen. Was mir auch positiv auffiel: In dieser Folge gibt es nur einen Fall zu lösen und nicht wie häufig dieses nervige „Drei-Fälle-in-einer-Folge-System“. Der verrückte Bosnickel (Klaus Dittmann) und der grenzdebile Herr Mögezoff (genial: Wolfgang Hartmann) sind meiner Meinung nach die skurrilsten TKKG-Gegner in der gesamten TKKG-Serie. Ich bin begeistert von ihnen. Skurril sind natürlich auch die bereits erwähnte ältere Dame, die von Heikedine Körting gesprochen wird, und jener Pensionär der sich bei der Bahnpolizei wortreich beschwert. Bei dem im Inlay des Hörspiels genannten Sprechernamen Hugo Benziger handelt es sich um ein Pseudonym von Niki Nowotny! Das ist das einzige Mal, dass einer der Hauptsprecher eine Doppelrolle in einer TKKG-Folge hat. Der Sprecher des Karl Viersteins macht das sehr gut: Ich habe ihn erst gar nicht erkannt. Hörspieldrehbuchautor André Minninger darf auch ein paar Sätze sagen. Er ist der Fahrradfahrer. Alle Sprecher liefern eine sehr gute Arbeit ab, lediglich die Nebenrolle „Bahnpolizist Hugo“ hat mir nicht gefallen. Die Atmosphäre ist diesmal nicht besonders gut geworden. Lediglich die Szenen mit Bosnickel am Anfang und in der Mitte von Seite B sind perfekt, da sie dank der Geräusche, Effekte und Zwischenmusiken sehr gruselig geworden sind. Die Musik ist meiner Meinung nach sehr gut ausgewählt und eingesetzt worden, was damals Ende der 90er Jahre nicht selbstverständlich war (Produktionsjahr 1997). Fazit Ich gehöre zu der Minderheit, der dieses Hörspiel gefallen hat. Die Mischung stimmt einfach: Story (Motiv des Gegners), glaubwürdige und lustige Charaktere und viele Kultdialoge von sehr guten Sprechern. Das alles bringt diese Folge auf meiner persönlichen TKKG-Bestenliste auf Platz 60! Wer die Folge noch nicht kennt, sollte sie sich mal anhören. |