Story Nach sieben Folgen ohne Hardcover oder Taschenbuchvorlage kommt mit Folge 98 zum Glück wieder eine Umsetzung eines Hardcoverbuches in den Player. Es macht sich schon an der Spielzeit bemerkbar, die mit knapp 60 Minuten zwischen 20 und 15 Minuten länger ist, als die letzten Folgen. Sicherlich ist eine längere Spielzeit noch keine Garantie für gute Unterhaltung, doch die Spielzeit wird gut ausgenutzt. Es passiert eine ganze Menge und alleine dadurch bekommt die Folge schon einen Bonus. Die ersten 40 Minuten zeichnen sich durch permanenten Spannungsaufbau und eine dichte Atmosphäre aus. Danach stirbt die Spannung zwar nicht, aber Herrn Wolf spannt den Bogen zu den titelgebenden „Haien vom Lotus-Garten“. Die Verbindung ist wieder mal verdammt an den Haaren herbeigezogen, sodass man sich selbige raufen möchte und sich unweigerlich fragt: „Wieso müssen es immer mehrere Verbrechen sein?“ und „Gibt es so viele Zufälle?“. Die Verbindung ist aber auch nicht wesentlich schlimmer als andere diverse Querverbindungen aus älteren Folgen, wie etwa diverse 20er-Folgen („Kampf der Spione“!). Insgesamt bekommt man hier eine durchschnittliche TKKG-Story vorgesetzt. Sprecher Sieg auf der ganzen Linie. Jedenfalls fast. Zeichneten sich die vorangegangenen Folgen gelegentlich durch unmotivierte Hauptsprecher aus, so ist hier alles im Lot. Sogar die Sorgenkinder Veronika Neugebauer und Manou Lubowski geben noch mal richtig Gas. Neben den vier TKKGlern und Edgar Bessen alias Glockner geben sich noch 12 weitere Sprecher die Ehre (u. a. Wolf Rathjen). Lediglich die Sprecher von Gotti (Tim Knauer) und Michi (Leonard Mahlich) fallen etwas negativ auf, aber unterm Strich bleibt eine gute Vorstellung. Musik und Effekte Die Folge spielt im Winter und für Effekte hatten EUROPA schon immer ein gutes Händchen. Knirschender Schnee unter den Schuhen erhöht den Hörspaß genauso, wie realistisches Türenschlagen oder splitterndes Glas. Sehr gelungen, die Soundkulisse. Selbiges gilt diesmal auch für die eingesetzten Musiken. Einige neuere Stücke wechseln sich mit älteren Sounds ab und schaffen ein stimmiges Gesamtbild. Gute Leistung. Fazit Man mag es kaum für möglich halten, doch ein Hörspiel aus den TKKG-90ern bekommt das Prädikat gut, wenn auch ehr 2-. Aber im Vergleich zu den letzten drei Folgen liefert man hier nahezu einen Quantensprung ab. Die Story ist sicherlich nicht das Nonplusultra, aber die Sprecher und vor allem die gelungene Atmosphäre, die sich durch die geschickte Kombination von Effekten und Musik ergibt, lassen das Hörspiel zu einem ersten Highlight in den sehr schwachen 90er-Folgen werden. Es handelt sich definitiv um eine der letzten guten TKKG-Folgen überhaupt. Unaufhaltsam nähern wir uns der 100er-Marke und werden dort beweisen, dass es noch schlimmer geht als bei der 95 und der 97. |