Story Das größte Problem dieses Hörspiel ist der Titel und die Inhaltsangabe, denn wenn man die Inhaltsangabe gelesen hat, dann weiß man wirklich alles, was in den 40 Hörspielminuten passiert. Kann die Folge denn dann dennoch unterhaltsam sein? Aber hallo und wie! Allerdings auf eine eher ungewöhnliche Art. Was die Geschichte so unterhaltsam macht, ist das Surreale der gesamten Situation in der sich Tim und Willy hier befinden. T und K als Penner, herrlich. Wollte Herr Wolf hier etwa eine Art Entschuldigung für seine Entgleisungen in der Vergangenheit abliefern? Schließlich hat der Gute diverse Male Obdachlose (oder laut seiner Sicht eben Penner) als verachtenswerte Subjekte dargestellt und die Helden seiner Serie hatten keine politisch korrekte Meinung gegenüber diesen Menschen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kommt man bei dieser Geschichte aus dem Schmunzeln und Lachen fast gar nicht mehr raus. Dennoch bleibt genug Raum für Spannung, denn die Jagd auf Tim und Willi beginnt schon unmittelbar, nachdem sie in ihr „Pennerdasein“ eingetreten sind. Auch der Hintergrund für die Entführungen ist in meinen Augen gar nicht so abwegig denn, Hand aufs Herz: „Wer vermisst schon Obdachlose?“ Ich habe mich seit langer Zeit von dieser Serie mal wieder richtig prächtig unterhalten gefühlt und höre die Folge immer wieder gerne. Sprecher Der Hauptteil der Sprecharbeit liegt bei dieser Folge natürlich bei Sascha Draeger als Tim und Manou Lubowski als Willi. Beide Sprecher können hier so richtig aufdrehen und zeigen, was in ihnen steckt. Ihnen zur Seite stehen zwar auch weitere Sprecher, die sich durchaus hören lassen können, aber keine der Rolle ist so groß, dass man sich nun besonders lange und ausführlich darüber auslassen könnte. Lediglich zu Michael Harck möchte ich ein paar Worte verlieren, denn er spricht den Friseur Olaf Präht wirklich genau so, wie man sich den Prototyp eines schwulen Friseurs vorstellt. Sehr witzig. Durchschnittlich oder gar schlecht ist jedenfalls keiner der beteiligten Sprecher und da macht das Hören direkt noch mehr Spaß. Musik und Effekte Die musikalische Untermalung ist diesmal zum Glück wieder richtig gut geworden und lässt die Fehltritte aus der letzten Folge schnell wieder in Vergessenheit geraten. Man zaubert eine passende Atmosphäre, sodass auch hier der Hörspaß noch ein Stück gesteigert werden kann. Lediglich bei den Effekten leistet man hier nicht ganz so saubere Arbeit, wie man es sonst gewohnt ist. Bei der Prügelei in der Baubude hört man beispielsweise nur das Klirren von Flaschen. Gut, vorher wurde beschrieben, dass ich reichlich leere Bierflaschen in der Bude befinden, aber dennoch sollte man doch bei einer Prügelei ein wenig mehr hören können. Ich weiß, jetzt bin ich für manche wieder ein Erbsenzähler, aber es sind eben Dinge, die mich stören. Insgesamt betrachtet ist die technische Seite dieser Produktion aber immer noch wirklich gut trotz des Alters von mehr als 15 Jahren. Fazit In meinen Augen ein ganz klarer Klassiker dieser Serie! Ich finde die Idee, die Hälfte der TKKG-Bande als Penner loszuschicken, einfach zu genial und urkomisch. In dieser Folge wimmelt es nur so von witzigen Zitaten und seltsamen Situationen. Trotz der ganzen Komik bleibt aber auch noch genug Platz für Spannung und der Hintergrund für die Entführungen ist gar nicht mal so abwegig und wird selbst heute noch gerne in diversen TV-Krimis verbraten. Sprechertechnisch bekommt man hier ebenfalls das volle Brett, auch wenn nur die Hälfte der TKKG-Bande zum wirklich großen Einsatz kommt, aber dafürkönnen die beiden Herren so richtig aufdrehen. Oben drauf kommt dann als Sahnehäubchen eine gelungene technische Seite und fertig ist ein echter Klassiker. Ein ähnlich gelagerter Fall wie die 19. Folge dieser Serie. Wirklich ernst darf man gewisse Dinge einfach nicht nehmen, sondern man lässt sich einfach drauf ein und dann lauscht man einem Hörspiel, das sich bei mir ganz klar das Prädikat TOP verdient hat. |