Folge 064: Schwarze Pest aus Indien

Folge 064: Schwarze Pest aus Indien
Medium:
Label:
Erscheinungstermin:
EAN:
MC / CD
EUROPA
1989 (MC) / 22. September 2006 (CD)
743219902245 (MC) / 743219902221 (CD)
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68%

Insgesamt sind 3 Rezensionen des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 68%.

Rezensionenübersicht

Eine sehr merkwürdige Folge

Eine Rezension von Marcus

Story
Der Titel der Folge klingt wesentlich reißerischer, als sich der Inhalt letzten Endes dann präsentiert. Zunächst mal sind die vier TKKG-Freunde nur damit beschäftigt Claudia Tümmel zu beschatten, weil Klößchen sicher ist, dass sie mit dem steckbrieflich gesuchten Detlef Knobel geknutscht hat. Daraus entwickelt sich dann allerlei und eben auch der in der Inhaltsangabe beschriebene Diebstahl. An sich tritt dasselbe Problem auf, wie schon in der Folge zuvor: Die eigentlich Idee, die die Geschichte ausmacht, ist interessant, aber drum herum strickt Autor Wolf mal wieder zu viele andere kleine Handlungen. Knobel als Mitglied einer Dreiergang, von denen einer geschnappt wird, als er bei einer Bekannten von Gaby einbrechen will, flüchtende Terroristen und bitterböse Assessoren im Internat. Alles zusammen ergibt dann am Ende wieder mal ein nicht ganz schlüssiges Gesamtbild, bei dem Kommissar Zufall leider wieder viel zu oft mitgewirkt hat.

Sprecher
Eigentlich könnte ich schreiben, dass alle Beteiligten (wie zuletzt eigentlich immer) gute bis sehr gute Leistungen in dieser Folge bringen. Aber eben dann doch nur eigentlich, denn es gibt eine Leistung bzw. eine Stimme, die einfach für den Hörer furchtbar ist. Gemeint ist die Sprecherin der Rolle Claudia Tümmel. Laut Inlay handelt es sich dabei um eine gewisse Sabine Falkenberg. Die Stimme klingt wirklich nur schrecklich und könnte ganz ohne Frage zu einer Comicfigur gehören. Sicherlich ist es, dass die Stimme schon irgendwie seltsam klingen soll, schließlich sagt Tim ja auch, dass Claudia eine „Donald Duck-Stimme“ hat, aber dennoch ist das Gehörte nur schwer zu ertragen. Hier liegt der Verdacht nahe, dass an der Stimme reichlich „rumgepitcht“ wurde, um das Endresultat zu erreichen und es geistern Gerüchte umher, dass es sich bei der Stimme in Wirklichkeit um Jens „Peter Shaw“ Wawrczeck handeln könnte. Egal, wer es nun eigentlich ist, Tatsache ist, dass mir diese Stimme den Spaß am Hören derart vergellt hat, dass ich insgesamt nur von befriedigenden Leistungen sprechen möchte, was angesichts solcher Sprecher wie Manfred Liptow, Thomas Naumann und Norbert Langer schon ziemlich schade ist. Beim Stichwort Naumann gibt es auch seltsames zu berichten. Er übernimmt die Rolle des Internatdirektors Freund, der zwei Folgen zuvor von Hans Clarin gesprochen wurde. Klingt so, als wäre der eher gebrechlich wirkende Direktor binnen zwei Folgen zum smarten Bodybuilder mutiert. Komische Entscheidung diese Besetzung …

Musik und Effekte
Nun aber der Punkt, der bisher nahezu immer positiv war. Da wird man doch diesmal keine Ausnahme machen, oder? Leider doch, denn was die musikalische Untermalung angeht, so liegt man mindestens zwei Mal ganz böse daneben und haut dem Hörer Musik um die Ohren, die klingt, als wäre sie aus einem Zirkus. Erst einmal ist das verwendete Stück schon an sich reichlich unpassend in dieser Serie und dann wird es auch noch an einer Stelle eingesetzt, in der eigentlich Dramatik erzeugt werden sollte, schließlich brechen TKKG auf, um einen geplanten Einbruch zu verhindern. Man mag das nun als Erbsenzählerei ansehen, aber in der Frühzeit der Serie wäre so was sicherlich nicht vorgekommen. Das ist wirklich eine Stelle, an der Austauschen der Musik sinnvoll gewesen wäre. Wenigstens die Effekte halten aber das übliche Niveau, sodass man insgesamt eine technisch befriedigende Produktion vorliegen hat.

Fazit
„Schwarze Pest aus Indien“ ist alles in allem eine sehr merkwürdige Folge. Durchschnittlichen Inhalt ist man ja grade auch aus der jüngsten Vergangenheit der Serie gewohnt, aber diesmal liegt man gleich in allen drei entscheidenden Bereichen irgendwie neben der üblichen Spur. Die Leistungen von Sabine Falkenberg (wer immer es auch sein mag) sind sehr grenzwertig und ähnlich nervtötend wie seiner Zeit eine gewisse Miss Sanchez bei „Die drei ??? und der lachende Schatten“. Obendrauf kommt noch eine musikalische Untermalung, die mindestens zweimal völlig daneben geht und fertig ist eine Produktion, die insgesamt einen nur sehr durchschnittlichen Eindruck macht. Inhaltlich ist die Folge sicherlich besser als „Die Falle am Fuchsbach“, aber die Faktoren Sprecher und Musik und Effekte sind hier eben alles andere als optimal. Für Fans sicherlich okay, für alle übrigen nicht unbedingt empfehlenswert.

Score
50%
Verfasst am: 24.06.2010