Folge 054: Alarm! Klößchen ist verschwunden

Folge 054: Alarm! Klößchen ist verschwunden
Medium:
Label:
Erscheinungstermin:
EAN:
MC / CD
EUROPA
1987 (MC) / 10. Februar 2006 (CD)
743219901248 (MC) / 743219901224 (CD)
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80%

Insgesamt sind 3 Rezensionen des TKKG-Site.de - Teams verfügbar. Die Durchschnittsbewertung beträgt 80%.

Rezensionenübersicht

Spannende 40 Minuten Hörspielunterhaltung

Eine Rezension von Marcus

Story
Langsam kristallisiert sich heraus, welches die Lieblingsthemen von Stefan Wolf sind, denn die Entführungsgeschichten haben sich in der jüngsten Vergangenheit der Serie doch ziemlich gehäuft. Dennoch muss man Wolf zugutehalten, dass es immer einen anderen der vier TKKGler trifft und die Idee, dass Klößchen entführt wird, liegt doch eigentlich nahe. Schließlich sind seine Eltern reich. Was bei dieser Geschichte allerdings etwas seltsam wirkt, ist die Tatsache, dass man zu Beginn ein wenig die Ernsthaftigkeit vermisst. Gut, die beiden Typen die Klößchen in der Villa seiner Eltern überrascht scheinen nicht die hellsten Köpfe zu sein, aber dennoch schwingt in dieser Folge zumindest zu Beginn noch ein leicht alberner Unterton mit. Zum Glück ändert sich das im weiteren Verlauf der Geschichte und es wird doch noch spannend. Die Idee mit der doppelten Entführung ist sicherlich noch eine der besten Ideen, die Stefan Wolf zum Thema Entführungen zu bieten hatte. Man bleibt spannungsmäßig also durchaus auf dem Niveau, das schon die letzte Folge bot. Gute Unterhaltung ist also trotz diverser Macken gegeben.

Sprecher
Hier darf man aufhorchen, denn sprechertechnisch ist diese Folge wirklich ganz stark. Auch in den kleinsten Nebenrollen haben sich bekannte Sprecher versteckt, die hier zeigen, was sie draufhaben. Mit dabei sind unter anderem: Karl Walter Diess, Ursela Monn, Marianne Kehlau, Norbert Langer, Gerd Baltus und Douglas Welbat. Im Inlay lässt man einfach mal Lutz Mackensy unter den Tisch fallen. Allerdings ist sein Mitwirken auch etwas fragwürdig, nicht etwa weil er schlecht wäre, sondern weil seine Stimme in meinen Ohren zu alt klingt, als das er einen Jurastudenten verkörpern könnte. Ein kleiner Patzer. Nun muss man nur noch ansprechen, dass Erzähler Günther Dockerill zweimal den Namen „Nadine“ wirklich mit „e“ am Ende ausspricht, dann hat man aber auch schon alle Schwächen der Sprecher aufgedeckt. Insgesamt betrachtet überwiegen eindeutig die positiven Aspekte, sodass man wirklich gute Sprecherleistungen zu hören bekommt.

Musik und Effekte
Man präsentiert sich auf dem Level, den man aus den letzten Folgen der 50er gewohnt ist, also im Großen und Ganzen wirklich gut. Musikalisch schöpfte man damals auch ohne Carsten Bohn so richtig aus den Vollen und hatte Stücke parat, die für ordentliche Atmosphäre und Auflockerung zwischen den Szenen sorgen. Es geht natürlich alles ziemlich keyboard- bzw. synthesizerlastig zu, aber so waren eben die 80er und es ist auch schön, dass man bei dieser Folge keine Veränderungen vornehmen musste. Bei den Effekten gibt es herzlich wenig zu berichten, denn warum solle man etwas ändern, was eigentlich schon immer gut war. Auch in der heutigen Zeit macht die technische Seite noch eine gute Figur und geht als gelungen durch.

Fazit
Zu dieser Zeit war die TKKG-Welt einfach noch in Ordnung. Zwar gab es auch schon damals die ersten Anzeichen von Klischees und Vorurteilen, aber damals war Stefan Wolf einfach noch in der Lage spannende Geschichten zu schreiben, oder die Hörspielbearbeitungen waren zu dieser Zeit schlicht besser. Die Geschichte kann jedenfalls mit leichten Abstrichen überzeugen und sorgt für spannende 40 Minuten Hörspielunterhaltung. Sicherlich mag der leicht alberne Touch zu Beginn etwas störend sein, doch insgesamt betrachtet ist die Geschichte durchaus gut durchdacht und spannend erzählt. Bei den Sprechern und der Technik gibt es hier nur herzlich wenig Grund zur Kritik, sodass man mit „Alarm! Klößchen ist verschwunden“ eine weitere gelungene Neuauflage auf CD geboten bekommt, die für TKKG-Fans sicherlich unausweichlich ist. Und auch alle anderen Hörspielfans können mal ein Ohr riskieren, denn hier liegt eine wirklich gute Produktion vor.

Score
80%
Verfasst am: 06.03.2006